Halbwahrheiten und Panikmache in Sachen Schule
B A S S S - Sonderausgabe
Schwarzes Wahlkampfgetöse
Halbwahrheiten und Panikmache in Sachen Schule
Am vergangenen Donnerstag landete die Bürgerinformation der CDU „blickpunkt“ in unseren Briefkästen. Unter der Überschrift „Kontinuität statt Chaos“ etc. versuchte der CDU-Stadtverband darin, die SPD-Schulpolitik durch eine Reihe von Halbwahrheiten zu verunglimpfen.
Die SPD-Politik, so ist im „blickpunkt“ zunächst zu lesen, stelle die Zukunft des Gymnasiums Barntrup in Frage, setze auf „Einheitsschulen“ und unterwandere somit den Fortbestand der Gymnasien, Real- und Hauptschulen. Dann heißt es aber weiter, der Schulentwicklungsplan über die Gemeinden Extertal, Dörentrup sowie die Stadt Barntrup stelle den Fortbestand des Gymnasiums in Zweifel.
Hier liegt nun der Hase im Pfeffer: Es ist nicht erklärtes Ziel der SPD, das Gymnasium abzuschaffen. Ziel der SPD im Land NRW und in der Stadt Barntrup ist eine angemessene Reaktion auf die durch den demografischen Wandel veränderten Gegebenheiten auf dem Schulsektor, die - soweit möglich - auch den Erhalt bestehender Gymnasien beinhaltet.
Der seit dem Jahreswechsel vorliegende Schulentwicklungsplan, den die Stadt Barntrup und die Gemeinden Dörentrup und Extertal – übrigens getragen von allen Fraktionen in den betroffenen Stadt- und Gemeinderäten - vom Institut für Schulentwicklung in Dortmund haben erstellen lassen, zeigt deutlich eine Veränderung der Bildungslandschaft durch sinkende Schülerzahlen, den Wandel des Schulwahlverhaltens und die negative Bevölkerungsentwicklung auf.
Es kann von niemandem, auch nicht von der CDU, übersehen werden, dass die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken sind und die Hauptschule seit langem - trotz der vielen Wiederbelebungsversuche durch eingesetzte Fördermittel - ausblutet. Von den Eltern wurde die Hauptschule längst abgewählt, so auch in Barntrup, obwohl das pädagogische Niveau der Hauptschule des Schulzweckverbandes Barntrup-Dörentrup landesweit überdurchschnittlich (!) ist.
Welche Schulen kann sich das Land vor diesem Hintergrund gesellschaftlich wie wirtschaftlich noch leisten?
Spätestens seit Vergleichsstudien wie PISA die Defizite in den Leistungen unserer SchülerInnen offen gelegt haben, müssen wir erkennen, dass es dringend notwendig ist, die ideologisch geprägte Strukturdebatte durch eine Auseinandersetzung mit den Potenzialen von SchülerInnen und den Inhalten ressourcenorientierten, pädagogischen Arbeitens zu ersetzen.
Wir in der SPD wünschen uns Schulen, in denen Schülerinnen und Schüler mit ihren jeweils eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert und gefordert werden.
Ziel einer Schule der Zukunft muss es sein, dass allen Kindern der Zugang zu allen Bildungssystemen offen steht. So versteht sich die Schulpolitik der SPD im Land NRW und in den Kommunen vor Ort. Wir nehmen Eltern, Kinder und Pädagogen ernst in ihrem Bestreben, bestmögliche Lösungen für sich verändernde gesellschaftliche Voraussetzungen zu schaffen.
Wer hingegen, wie der CDU-Stadtverband, soziale und gerechte Politik diffamierend als „Einheitsbrei“ darstellt, den es zu „zerschlagen“ gilt, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Übrigens: Die Aktion „Kein Kind ohne Mahlzeit“ ist schon seit langem Ziel sozialdemokratischer Politik.
Und was ist nun mit dem Gymnasium Barntrup? Wie gesagt, die SPD in Barntrup zielt nicht auf seine Abschaffung. Wir in der SPD wünschen uns einen offenen Dialog mit allen Beteiligten zur Bewältigung der Probleme auf dem Schulsektor. Insbesondere werden wir den Elternwillen in alle Schulplanungen verantwortungsvoll einbeziehen. Ziel muss es sein, dass zukünftig alle Schulabschlüsse in Barntrup möglich sind.
Hinweis: Es wurde unter den Parteien vereinbart, dass das Thema aus dem Landtags-wahlkampf herausgehalten wird. Soweit zur Verlässlichkeit der Barntruper CDU.
Arztversorgung in unserer Gemeinde
Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Barntrup hat sich bereits im Mai des vergangenen Jahres mit der ärztlichen Versorgung in unserer Großgemeinde befasst. Mit dem Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung, Herrn Teichert, fand, unter Beteiligung der in Barntrup praktizierenden Hausärzte, ein informativer Gedankenaustausch statt.
Es wurde einstimmig beschlossen: Das Thema „Ärztliche Versorgung in der Großgemeinde Barntrup“ wird an die Ratsfraktionen verwiesen. Hier ist zu beraten, wie man gemeinschaftlich in der Angelegenheit vorgeht.
Nach fast einem Jahr, nun das erste und einzige Lebenszeichen der CDU-Ratsfraktion in dieser Angelegenheit. Die Verwaltung wird beauftragt, an der UNI Essen-Duisburg angehende Landärzte zu umwerben.
Wie eine Nachfrage beim Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Universität Essen-Duisburg, Herrn Prof. Dr. med. Stefan Gesenhuis ergeben hat, ist dort eine Umwerbung von Ärzten nicht zielführend, da dort keine „fertigen“ Ärzte vorhanden sind.
Fazit:
Dieser Antrag ist ein Flop. Schade, dass ein so wichtiges Thema für einen Wahlkampf missbraucht wird.
Zwischenzeitlich hat unser Bürgermeister, Herbert Dahle, zahlreiche Gespräche mit vielen Beteiligten, so auch mit dem Landrat Friedel Heuwinkel, geführt, um in der Angelegenheit voranzukommen. Ohne Wahlkampfgetöse, in aller Stille mit kleinen Erfolgen.
Bitte gehen Sie am 9. Mai 2010 zur Wahl. Wählen Sie mit Ihren beiden Stimmen die
Kandidatinnen und Kandidaten der SPD. Sorgen Sie mit Ihren Stimmen dafür, dass
Jürgen Berghahn neuer Landtagsabgeordneter für Barntrup und Hannelore Kraft die neue Ministerpräsidentin von NRW werden. Für eine verlässliche Politik in Stadt und Land! Ihr Hardy Friedrich, Vorsitzender SPD-Barntrup